Zito hat Krebs. Zum Glück ist er ahnungslos und deshalb kann er auch nichts über seine Krankheit erzählen. Das werde ich nun übernehmen, denn ich weiß, wie wichtig und hilfreich solche Erfahrungsberichte sein können, wenn man als Hundebesitzer in einer ähnlichen Situation steckt.

Am 30.August 2003 entdeckte ich bei Zito durch Zufall, rechts oben am Zahnfleisch, direkt hinter dem Reißzahn, eine Geschwulst.

Diese Verdickung zog sich um den gesamten Zahn, der sich bereits etwas gelockert hatte.

Schmerzempfindlich ist Zito an dieser Stelle nicht gewesen.

Mir kam das sehr seltsam vor und ich bin noch

am gleichen Tag zum Tierarzt gefahren, der zwei Tage später den Tumor, samt Zahn, entfernte und zur Untersuchung einschickte.

Am 8. September bekam ich dann die niederschmetternde Diagnose. Bei dem Tumor handelte es sich um ein Plattenepithelkarziom. Das ist eine sehr aggressive Krebsart, bei der schnelles Handeln unbedingt erforderlich ist.

Es kann sich sicherlich jeder vorstellen, wie verzweifelt, mutlos und aufgelöst ich gewesen bin.

Einen Tag später bin ich dann schon in Hannover in der Tierklinik gewesen. Zito hatte enorm viel Stress bei den Untersuchungen und trotzdem hat er alles problemlos über sich ergehen lassen.

Alle Organe und auch die Lymphdrüsen, waren noch nicht von Metastasen befallen.

Mir wurde empfohlen, eine CT-Untersuchung vom Oberkiefer machen zu lassen, um festzustellen, in welchem Ausmass der Krebs bereits im Kiefer vorgedrungen war. Danach sollte dann auch entschieden werden, ob eine Bestrahlungstherapie in Frage kommen würde. Es wurde auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, den Oberkiefer vollständig zu entfernen. Das hatte ich aber gleich abgelehnt und auch die Ärztin war der Ansicht, dass das sehr große Risiken mit sich bringen würde.

Beim Röntgen stellten die Ärzte bei Zito eine stark vergrößerte Prostata fest und es wurde mir geraten, Zito kastrieren zu lassen.

Am 19. September fuhr ich nochmals mit Zito in die Tier-Uni. Für die Computertormographie ist eine Narkose notwendig und deshalb liess ich Zito dort auch gleich kastrieren.

20 Minuten nach der Narkose wusste ich bereits, dass am Knochen nur minimale Veränderungen zu sehen waren, die eventuell auch von der ersten Operation stammen konnten, und zwar unabhängig vom Fortschreiten des Krebses. Das war ein gutes Zeichen und die behandelnde Tierärztin riet mir, Zito bestrahlen zu lassen (in 10 Sitzungen), um den Krebs für eine möglichst lange Zeit "einzudämmen", denn eine Heilung ist bei einem Plattenepithelkarzinom sehr unwahrscheinlich, bzw. nicht möglich. Mit Bestrahlungstherapie wurde eine voraussichtliche Lebensverlängerung von 1,5 bis 2 Jahren prognostiziert.

Ich stellte mir nun eine Menge Fragen:

- Wie stark werden die Nebenwirkungen sein?

- Kann ich Zito so eine Behandlung überhaupt zumuten, ist er dem Ganzen
nervlich gewachsen?

- Wird durch den Behandlungsstress sein Angstverhalten wieder verstärkt
auftreten?

- Wie wird er die Narkosen verkraften?

Ich war mir zunächst also gar nicht sicher, ob ich die Bestrahlungen durchführen lassen sollte und hatte deshalb viele, schlaflose Nächte.

Die Tierärztin meinte, dass Hunde im Allgemeinen die Bestrahlungen sehr gut vertragen, dass aber Zahnfleischentzündungen auftreten könnten und dass Zito dadurch eventuell auch Zähne ausfallen würden.

Schließlich habe ich mich für die Therapie entschieden, da Zito auch mit ein paar fehlenden Zähnen klar kommen würde und er ohne Behandlung nur noch eine sehr kurze Lebenserwartung gehabt hätte.

Am 6. Oktober ging es dann mit den Bestrahlungen los und in den kommenden 5 Wochen sind wir jeden Montag und Donnerstag nach Hannover gefahren.

Ich habe Zito zeitgleich homöopathisch behandeln lassen und ihn ausreichend mit Vitamin K1, E, C, Selen und Zink versorgt. Ausserdem habe ich mich dazu entschlossen, Zito von Trockenfutter auf Frischfütterung (rohes Fleisch, Knochen, Gemüse, Salat etc) umzustellen.

Ich bin froh, mich für die Bestrahlungstherapie entschieden zu haben, denn Zito hat die Narkosen und Bestrahlungen wirklich sehr gut verkraftet. Selbst beim zehnten Bestrahlungstermin ist er noch ganz selbstverständlich und bereitwillig mit in das Behandlungszimmer gegangen.

Die Bestrahlungen selber dauerten immer nur wenige Minuten und nach einer halben Stunde Narkoseschlaf konnte Zito auch schon wieder zum Auto laufen.

Nebenwirkungen habe ich bei ihm keine feststellen können und seine Zähne sitzen alle noch dort, wo sie hingehören ;-).

Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mich in dieser Zeit unterstützt und emotional gestärkt haben.

Ich bin ganz überwältig gewesen, so viel Anteilnahme und viele, wertvolle Tipps/Informationen erhalten zu haben und möchte nun auch für andere Menschen da sein, wenn sie einen Erfahrungsaustausch suchen.

Seit der Diagnose sind jetzt 5 Monate vergangen. Zito geht es zur Zeit sehr gut. Im April muss er zur ersten Nachuntersuchung.

Ich bin da ganz optimistisch, dass die Ergebnisse alle negativ ausfallen werden.

Ich hoffe, dass Zito die Prognose zu seiner Lebenserwartung um einige Zeit verlängern wird und wir noch einen langen, gemeinsamen Weg haben werden.